| Basel |
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1. Räumliche Einordnung der Stadt Basel (trinationale Agglomeration) Die Stadt Basel ist mit ca. 170.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt der Schweiz. Als Grenzstadt im Dreiländereck von Schweiz, Deutschland und Frankreich gelegen, ist Basel das Zentrum einer trinationalen Agglomeration mit über 1 Million Einwohnern. Die Stadt wird durch den Rhein in zwei Teile, Großbasel im Süden, und Kleinbasel im Norden, getrennt. Durch die Grenzlage versorgt Basel nicht nur einen Teil der Nordwestschweiz, sondern auch große Teile des südlichen Elsass sowie den in Deutschland liegenden Landkreis Lörrach. Basel ist eines der europäischen Zentren der Pharmaindustrie. Als Stammsitz der globalen Pharmakonzerne Roche und Novartis ist Basel die Heimat von zwei "global playern". Die starke chemische und die pharmazeutische Industrie haben Basel zu einer sehr wohlhabenden Industriestadt werden lassen. Neben der Pharmaindustrie liegen weitere Schwerpunkte der Wirtschaft im Bereich der Logistik- und Transportindustrie. Daneben ist Basel aber auch ein wichtiger Standort für die Finanzindustrie. So haben große, international agierende Versicherungskonzerne und Geschäftsbanken ihren Sitz in Basel. Zunehmend gewinnen auch Dienstleistungsunternehmen an Bedeutung. Die wirtschaftliche Potenz Basels äußert sich in den hohen Pendlerzahlen. Fast 30.000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen kommen aus Frankreich und Deutschland und pendeln täglich zur Arbeit nach Basel. Der Kanton Basel-Stadt ist einer der finanzkräftigsten Kantone der Schweiz. Die Grenzlage ist heute eindeutig ein Standortvorteil, da mit Frankreich und Deutschland gleich zwei der wichtigsten Handelspartner der Schweiz vor der Haustüre liegen. Gerade im Bereich des Detailhandels (allgemeine Bezeichnung für den Einzelhandel in der Schweiz) gibt es in der Region Basel vielfältige Verflechtungen zwischen den angrenzenden Gebietskörperschaften in Deutschland (vor allem die grenznahen Kommunen wie Grenzach-Wyhlen, Lörrach, Rheinfelden und Weil am Rhein (alle Landkreis Lörrach)), in Frankreich (Communautés de St. Louis et Huningue) und der Schweiz (vor allem Kanton Basel-Land). Während in der Schweiz Benzin, Kaffee und Zigaretten preiswerter sind, locken die niedrigen Lebensmittelpreise in Deutschland viele Schweizer zum Einkaufen in die grenznahen deutschen Kommunen. In Frankreich wiederum sind pharmazeutische Artikel relativ preiswert. Die unterschiedlich hohen Preisniveaus führen beim Basler Einzelhandel zu einem verschärften Wettbewerbsdruck. Durch die starken Unterschiede beim Preisniveau bestimmter Konsumgüter existiert im Dreiländereck ein reger "Einkaufstourismus" und "Grenzverkehr". So gibt es beispielsweise einen "Lebensmitteltourismus" von Schweizern nach Deutschland, was den Einzelhändlern auf der deutschen Seite überdurchschnittliche Verkaufszahlen einbringt[1].2. Lage und Abgrenzung der Basler Innenstadt
Abb. 1: Innenstadt Basel
![]() Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt, S. 11
Die Basler Innenstadt umfasst die historische Altstadt auf beiden Rheinseiten sowie Teile der Vorstädte und Stadterweiterungen des 19. Jahrhunderts. Die Endpunkte der Innenstadt sind im Norden der Badische Bahnhof und im Süden der Bahnhof SBB. Jedoch ist der Übergang von der Innenstadt zu den angrenzenden Wohnvierteln nicht immer klar definiert, da auch die Wohnnutzung in der Innenstadt nach wie vor eine wichtige Funktion darstellt[2].
3. Einzelhandel in der Innenstadt von Basel
Abb.2: Übersicht- Basel
Quelle: http://www.basel.com/files/?id=12305
Die Verkaufsfläche in der Innenstadt beträgt ca. 350.000 m² (siehe oben in der Grafik: gelb markierter Bereich). Seit einigen Jahren vollzieht sich die Expansion des Einzelhandels außerhalb der Innenstadt. So wird die nicht mehr signifikant steigende Kaufkraft hin zu den großflächigen Einzelhandelsbetrieben am Stadtrand und in der Peripherie umgelenkt. Resultat dieser Entwicklung ist ein Kundenschwund in der Innenstadt. Zudem verliert die Innenstadt an Attraktivität, unter anderem auch dadurch, dass Konzentrationsprozesse im Einzelhandel stattfinden, welche dazu führen, dass die traditionellen Fachgeschäfte durch Filialen nationaler und internationaler Ketten immer stärker verdrängt werden. In Zukunft besteht daher die Gefahr, dass es zu einem Bedeutungs- und Funktionsverlust der Innenstadt kommt. Bereits heute lassen sich für die Basler City ein im Vergleich zum Umland geringes Wachstum der Verkaufsflächen, eine stagnierende Anzahl an Geschäften, sowie ein Rückgang der Beschäftigten im Einzelhandel feststellen. So hat eine Untersuchung der Entwicklung des Einzelhandels (Monitoring Detailhandel 2005 vom Amt für Statistik der Stadt Basel) in der Basler City ergeben, dass von 1975 bis 2005 die Vielfalt und die Qualität des Angebots zurückgegangen sind. Es dominieren heute in den Hauptgeschäftsstraßen die Bekleidungsgeschäfte, welche meistens Filialen nationaler und internationaler Unternehmen sind. Die Läden mit Lebensmitteln, Hausrat und Unterhaltungsbedarf wurden inzwischen von den besten Lagen verdrängt. Doch auch die Zahl der Warenhäuser mit gemischtem Sortiment ist zurückgegangen. Es gibt eine allgemeine Tendenz der Angleichung des Angebots in den Hauptgeschäftsstraßen europäischer Städte. In Basel hat vor allem die Freie Strasse, eine der Hauptgeschäftsstraßen, durch diese Entwicklungen an Exklusivität verloren. Die Attraktivität und die Aufenthaltsqualität werden zusätzlich durch die hohe Fluktuation der Geschäfte, welche häufig mit Bauarbeiten verbunden ist, beeinträchtigt. Dennoch bietet die Basler Innenstadt, gerade auch abseits der Hauptgeschäftsstraßen, ein oftmals besonderes und exklusives Angebot. Ein Beispiel dafür ist der Bereich am Spalenberg, wo ein Mix aus kleinen Geschäften mit unterschiedlichem Charakter, ergänzt durch ein attraktives gastronomisches Angebot, besteht[3].
Die Basler City kann trotz der vorhandenen Probleme auch zahlreiche Stärken vorweisen. Dazu gehören das historisch gewachsene Stadtzentrum mit seinen engen Gassen, welche die Altstadt quer zu den Hauptachsen durchziehen, sowie die Erhebungen, welche die mittelalterliche Stadtanlage begrenzen. Daneben bietet die Rheinpromenade hervorragende Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien. Die Basler Innenstadt verfügt zudem über einen sehr gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr. Somit kann man die Erledigung von Einkäufen sehr gut mit anderen Freizeitaktivitäten verbinden. Das kulturelle Angebot sorgt dafür, dass die Basler City nicht nur tagsüber, sondern auch abends und in der Nacht ein durchaus attraktiver Anziehungspunkt ist[4].
4. Das Einkaufszentrum St. Jakob - Park
Abb. 3: St. Jakob Park
![]() Das Einkaufszentrum St. Jakob - Park wurde am 1. November 2001 als größtes und modernstes Einkaufszentrum in der Nordwestschweiz mit damals insgesamt 33 Geschäften eröffnet. Bei der Fertigstellung im Jahr 2001 hatte es eine Größe von 16.500m². Nach der Vergrößerung des Shopping Centers auf ca. 50 Geschäfte im Jahre 2007 liegt heute die Verkaufsfläche bei 21.300 m². Betreiber des Shopping Centers ist die Manor AG. Pro Jahr frequentieren ca. 2,2 Millionen Besucher das Einkaufszentrum St. Jakob - Park. Der Gesamtumsatz des St. Jakob - Parks betrug 2006 knapp 108 Millionen Schweizer Franken (ca. 85 Millionen Euro) (vgl. Info Erweiterung Shopping-Center St. Jakob - Park). Es befindet sich ca. 3 km östlich der Innenstadt am Stadtrand von Basel. Baulich ist das Einkaufszentrum in das Fußballstadion St. Jakob - Park integriert. Durch die unmittelbare Nähe zu den Autobahnen A 2 und A 3 ist das Areal des St. Jakob - Parks gut mit dem Auto zu erreichen. Daneben ist aber auch die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel gegeben. Direkt vor dem Einkaufszentrum befinden sich die Bus- und Straßenbahnhaltestellen der Basler Verkehrsbetriebe. Es gibt sogar einen Haltepunkt der SBB (Regionalbahn), welcher bei Großanlässen wie Fußballspielen und Konzerten genutzt werden kann. Der St. Jakob -Park besitzt insgesamt 680 Indoor - Parkplätze, welche direkt unter dem Spielfeld liegen. Daneben bestehen noch im Parkhaus der Sporthalle weitere 1465 Parkplätze[5].
5. Ausblick
Der Basler Einzelhandel ist trotz der Veränderungen der jüngeren Vergangenheit noch relativ intakt. Es gibt zwar auch hier eindeutige Tendenzen der Verdrängung kleinerer Geschäfte durch nationale und internationale Filialisten, dennoch halten sich die Ausmaße bis heute noch in Grenzen. Allerdings kann man in der Clarastraße und in der Freien Straße, den beiden Hauptgeschäftsstraßen, schon heute eine gewisse Monotonisierung der Laden- und Geschäftsstrukturen feststellen. Wie in den meisten europäischen Großstädten verliert auch die Basler City, zwar langsam, aber stetig, an Individualität. Der Verlust an Individualität ist ein Phänomen, welches seit einigen Jahrzehnten in ganz Europa um sich greift. Es findet eine allgemeine Konzentration des Einzelhandels statt, welche dazu führt, dass kleinteilige Strukturen immer stärker verloren gehen. Im Extremfall findet der gesamte Einzelhandel nur noch in Shopping - Centern statt, welche mehr oder weniger, im schlimmsten Fall gar nicht, integriert sind. Die Situation des Basler Einzelhandels wird sich in Zukunft weiter verschärfen. So hat die Basler City durch das Einkaufszentrum St. Jakob - Park am östlichen Stadtrand schon heute eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz bekommen. Wesentlich gravierender sind aber die heute schon im benachbarten deutschen Weil am Rhein vorhandenen Einkaufszentren "Rhein-Center" und "Die Insel". Wenn man bedenkt, dass allein die Stadt Weil am Rhein in den nächsten Jahren noch ein neues Shopping-Center ("Rhein Arcaden") bauen will, und auch in Basel mit dem Erlenmatt - Center und dem Stücki-Areal zwei weitere Einkaufszentren geplant sind, so kann man sich gut vorstellen, dass dies leicht zu einem "Shopping - Center - Over - Kill" führen könnte. Das besondere an der Situation des Basler Einzelhandels ist die verschärfte Wettbewerbssituation durch die Grenznähe zu Deutschland und zu Frankreich. Dadurch kommt es gerade beim Einzelhandel zu einer gewissen Art "Wettrüsten" im Kampf um die Kaufkraft und die Kunden.
[1] vgl. http://www.basel.ch/de/wirtschaft (26.01.2009) [2] vgl. Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt: Ratschlag: Innenstadt - Qualität im Zentrum: http://www.bvd.bs.ch/000000265491-3.pdf, 2007, S. 10 [3] vgl. Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt: Ratschlag: Innenstadt - Qualität im Zentrum: http://www.bvd.bs.ch/000000265491-3.pdf, 2007, S. 4 [4] vgl. Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt: Ratschlag: Innenstadt - Qualität im Zentrum: http://www.bvd.bs.ch/000000265491-3.pdf, 2007, S. 4 f.) [5] vgl. http://www.st-jakob-park.com (26.01.2009)
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